Teddyklinik Frankenberg 2015

Am Mittwoch, den 20.05.2015, war es wieder soweit: über 300 Kinder brachten ihre kranken Kuscheltiere voller Erwartung in die Ederberglandhalle in Frankenberg, um sie von Teddyassistenten und Teddydocs (Medizinstudenten) untersuchen und verarzten zu lassen. 

Morgens kamen die ersten angemeldeten Kindergärten, nachmittags kamen „Privatpatienten“ zur offenen Sprechstunde mit ihren Eltern. Voller Erwartung berichteten die Kinder den Teddyassistenten in der Aufnahme, wer sie sind, wen sie mitgebracht haben und was für Beschwerden ihre kleinen Freunde haben. 

Nach der Anmeldung konnte sich die Zeit bis zum Aufruf vom Teddydoc im Wartezimmer beim Spielen mit Bauklötzen, Bobbycars, Autos oder auch beim Malen vertrieben werden. 

Dann war es endlich soweit: Der Teddydoc rief den Namen eines Kindes und den eines Teddys auf! Der aufgerufene Patient ging dann mit dem Teddydoc zu einem Behandlungsplatz und jetzt konnte es so richtig losgehen – über Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, gebrochene Beine, Halsweh und Fieber bis hin zu Ebola wurde alles verarztet. War ein Bruch nicht auszuschließen, wurden die Knochen im Teddyröntgen durchleuchtet. Gab es offene Wunden, Löcher oder gerissene Nähte, wurden diese im Teddy-OP mit Nadel und Faden unter Vollnarkose mit Beobachtung des Herzens und der Atmung genäht. Bei Bauchschmerzen konnte oft mithilfe des Teddyultraschalls in den Bauch geschaut werden und eine Ursache für die Bauchschmerzen gefunden werden – häufig hatten die Teddys zu viel Süßigkeiten gegessen oder zu viel Cola getrunken. Wichtig war auch die Impfung der Kuscheltiere, die die Kinder ihren kleinen Freunden mit Freude verabreichten. Auch Kuscheltiere mit Zahnschmerzen wurden von den Zahnteddydocs (Zahnmedizinstudenten) gut versorgt.

Abschließend schaute jedes Kind mit seinem Kuscheltier in der Teddyapotheke vorbei, um ein Rezept abzugeben: Neben verordneter Kuscheltherapie konnten Wärmflaschen, Eisbeutel, Pflaster, Verbände und Tee bei den Teddyapothekern (Pharmaziestudenten) abgeholt werden. Außerdem durfte sich jedes Kind auch noch ein Spielzeug und Traubenzucker mitnehmen.

Im Anschluss an den Arztbesuch konnten sich die Kleinen noch einen Rettungswagen mit allen seinen Funktionen erklären lassen und selber Maßnahmen der Ersten Hilfe an einer Puppe üben. 

Am Mittwochabend war die Behandlung vor Ort in fast allen Fällen erfolgreich. Langfristig hängt der Behandlungserfolg aber vor allem vom Einsatz der Kinder ab, die für die Nachsorge, die aus Verbandswechseln, Tee kochen und besonders der Kuscheltherapie – also das Umsorgen der Patienten zu Hause – besteht. Die Teddyklinik verabschiedete sich aus Frankenberg und freut sich schon, auch im nächsten Jahr wieder kleine Patienten zu versorgen.